Bonhoeffer – Die letzte Stufe

Im Film „Bonhoeffer – Die letzte Stufe“ warnte der Theologe vor den Nationalsozialisten, forderte den Beistand der Kirche in der Arier-Politik und half dabei, eines der ersten Attentate auf Adolf Hitler vorzubereiten. Dafür wurde der Pastor und andere Mitstreiter von einem SS-Standgericht, wegen des Widerstands gegen das Hitler-Regime und Hochverrats zum Tode durch den Strang verurteilt.

Bonhoeffer - Die letzte Stufe - Agent of Grace
FSK: ab 6 Jahren
Jahr:
Regie: Eric Till
Produzenten: Gabriela Pfändner, Kurt Rittig, Peter Schiller, Christian P. Stehr
Hauptdarsteller: Ulrich Tukur, Johanna Klante
Nebendarsteller: Robert Roy, Tatjana Blacher, Ulrich Noethen
Studio: Gütersloher Verlagshaus
Sprachen: Deutsch, English

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1939 wurde ihm die Möglichkeit angeboten in den USA ins Exil zu gehen. Er entschied sich dagegen und arbeitete ab 1940 als Agent für den militärischen Geheimdienst. Zusammen mit seinem Schwager Hans von Dohnanyi und anderen schloss er sich der Widerstandsbewegung an. Als das geplante Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 scheiterte, wurden alle Beteiligten, darunter auch sein Bruder Klaus, inhaftiert. Auf Befehl Hitlers wurde Bonhoeffer einen Monat vor Ende des Krieges erhängt.

„Dies ist das Ende, für mich der Beginn eines neuen Lebens“ von Dietrich Bonhoeffer.

Bonhoeffer – Besetzung, Regie und Drehorte

Bonhoeffer – Die letzte Stufe“ lief international unter dem Titel „Bonhoeffer – Agent of Grace“ und ist eine Gemeinschaftsproduktion der Länder Deutschland, Kanada und den Vereinigten Staaten. Gedreht wurde die Biographie von dem britischen Filmemacher und Drehbuchautor Eric Till. Für den mehrfach ausgezeichneten Regisseur war es der vorletzte Film, bei dem er auch in Deutschland Bekanntheitsgrad erlang. Das Drehbuch schrieb Till zusammen mit Gareth Jones („Bunkers – Killers on Tour“). Die Produktion übernahmen Kurt Rittig, Peter Schiller, Christian P. Stehr und Gabriela Pfändner. Die Musik wurde zusammengestellt von Claude Desjardins und Eric N. Robertson. Hinter der Kamera stand Sebastian Richter und für den Schnitt verantwortlich war Roger Mattiussi.

In der hochkarätigen Besetzung zu sehen waren unter anderem Ulrich Tukur („Die weiße Rose“, „Das Leben der Anderen“), als Dietrich Bonhoeffer. Des Weiteren Johanna Klante, in der Rolle der Verlobten Marie, R.H. Thomson in der Figur des Wachmannes Knobloch und Robert Joy spielte den Richter Manfred Roeder. Gedreht wurde in Kanada, Deutschland und in Tschechien. Premiere feierte er am 14. Juni 2000 in den USA und am 24. August 2000 in Deutschland. Die Lauflänge beträgt 88 Minuten mit einer Altersfreigabe von 6 Jahren.

Ausgezeichnet wurde der Spielfilm mit der „Goldenen Nymphe“ auf den Internationalen Filmfestspielen in Monte Carlo, mit dem DAG-Fernsehpreis in Gold und der „Bronze Medal“ des Filmfestivals in New York.

Handlung & Inhalt vom Film „Bonhoeffer – Die letzte Stufe“

Mit einem der letzten Schiffe haben seine Freunde und Glaubensbrüder Dietrich Bonhoeffer aus dem Nazi-Deutschland geholt, damit er New York ein sicheres Leben führen kann. Denn sie wissen, der in seinem Glauben tief verwurzelte Pastor befindet sich mit seiner christlichen Ideologie in einer gefährlichen Lage. Doch Bonhoeffer entscheidet sich gegen die Emigration und kehrt 1939 in seine Heimat zurück.

In seinen Gottesdiensten greift er die hitlertreue katholische Kirche, insbesondere Reichsbischof Ludwig Müller, an. Die Gestapo wird auf ihn aufmerksam und er erhält ein Lehr-, Sprech- und Schreibverbot. Auch sein Seminar, dass er in Finkenwalde für die Studenten abhält, wird geschlossen. Nachdem der politische Druck auf die Juden immer stärker wird, rät er seiner Schwester Sabine mit ihrem jüdischen Ehemann nach Großbritannien auszureisen. In dieser Zeit lernt er Ruth von Kleist-Retzow und deren Enkel Maria kennen, in die er sich verliebt.

Nach Kriegsbeginn, in der auch Bonhoeffer als Soldat für das deutsche Vaterland kämpfen soll, überredet ihn sein Schwager Hans von Dohnanyi, stattdessen bei der Spionageabwehr mitzuarbeiten. Anfangs zögert der Pastor, nimmt aber letztendlich an. Bonhoeffer wird in die Attentatsvorbereitungen von Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff auf Adolf Hitler eingeweiht. Doch als der Führer am 21.März 1943, dem Heldengedenktag, eine Ausstellung im Berliner Zeughaus eröffnen und dabei eliminiert werden soll, verlässt er diese überstürzt und der Anschlag missglückt.

Am 5. April 1943 wird Bonhoeffer, sein Bruder Frank, Hans von Dohnanyi und andere der Widerstandsbewegung verhaftet und von Richter Dr. Roeder verhört. Bonhoeffer gelingt es, trotz der harten Vorgehensweise von Roeder, nichts zu verraten. Unterstützung erhält er von Maria von Wedemeyer, mittlerweile seine Verlobte. Sie ist es auch, die mit Hilfe des Wachmannes Knobloch seine Flucht plant. Denn nachdem Dohnanyis Unterlagen über die Verbrechen der Nazis gefunden wurden, steht fest, dass auch Bonhoeffer der Widerstandsbewegung angehörte. Er entscheidet sich jedoch gegen den Ausbruch, will er doch Freunde und Familie nicht gefährden.

Kurz vor Kriegsende wird Dietrich Bonhoeffer vom KZ Buchenwald in das KZ Flossenbürg überstellt. Dort wird ihm und anderen Mitgefangenen im Auftrag von Adolf Hitler der Prozess gemacht. Am 9. April 1945 beschreitet der entkleidete Häftling seinen letzten Weg zum Galgen. Zum letzten Mal begegnet er Roeder. Auf seine Worte: „Das ist das Ende“, antwortet der Pastor nur mit einem „Nein“, nimmt die Brille ab, schreitet auf die Hinrichtungsstätte zu und erklimmt die letzte Stufe. In der Schlussinszenierung ist Maria von Wedemeyer zu sehen, die auf ihr Landgut zugeht. Spontan dreht sie sich um, als würde sie wissen, was gerade geschieht.

Fazit & Kritiken zum Film „Bonhoeffer – Die letzte Stufe“

Bonhoeffer -Die letzte Stufe„, ist ein biografischer Spielfilm über den Theologen Dietrich Bonhoeffer, der sich trotz zwiespältiger Gefühle, an den Umsturzplänen gegen das Hitler-Regime beteiligte. Mit einer exzellenten Leistung, spielt der Schauspieler Ulrich Tukur, den weltoffenen und sympathischen Intellektuellen, der im Dritten Reich eine wichtige Rolle in der Bekennenden Kirche einnahm.

In einfühlsamen Szenen zeigt Regisseur Eric Till, welche Kraft in dem gläubigen Bonhoeffer steckt. Beispielsweise als er seinen Zellennachbarn weinen hört. Der junge Kretschmer, wie der Mitgefangene heißt, wurde zum Tode verurteilt. Und obwohl er nicht an Gott glaubt, findet er im Gebet mit dem Pastor seinen inneren Frieden. Auch Johanna Klante und Robert Joy lieferten Zuschauer großes Kino. Das schauspielerische Talent zeigt schon allein die Schlussszene, als Johanna Klante, durch ihren Blick und ohne Worte, dem Publikum ihre großen Gefühle für Bonhoeffer vermitteln kann.

Perfekt dazu abgestimmt die Musik von Claude Desjardins und Eric N. Robertson, unter anderen mit Kompositionen von Ludwig van Beethoven. Sowohl Drehbuch und auch die Besetzung konnten Kritiker und Zuschauer begeistern, in einem sehenswerten Film, der christliche Werte und persönlichen Glauben in einem unmenschlichen System aufzeigen.

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