Carlos – Der Schakal

Bei „Carlos – Der Schakal“ handelt es sich um eine zehn Jahre alte französisch-deutsche Filmbiografie. Eine Erzählung in fiktiver Form über das Leben des venezolanischen Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, auch bekannt als Carlos. Am 5. November 2010 feierte der Film Premiere auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Dabei schauten die Zuschauer eine fünfstündige Biografie zu einer dreistündig-gekürzten Kinofassung.

Carlos - Der Schakal (Director's Cut)
Dauer: 331 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Olivier Assayas
Produzenten: Jens Meurer, Daniel Leconte
Hauptdarsteller: Édgar Ramírez, Alexander Scheer, Alejandro Arroyo, Fadi Abi Samra
Nebendarsteller: Ahmad Kaabour, Talal El-Jordi, Juana Acosta, Nora von Waldstätten, Christoph Bach
Studio: Films en Stock, Egoli Tossel Film
Sprachen: Englisch, Arabisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Ungarisch, Japanisch, Russisch

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Kurze Zeit später, im Mai des nächsten Jahres, wurde die Biografie als dreiteilige Miniserie im französischen Fernsehen ausgestrahlt – Canal+. Nach einer weiteren Kürzung lief der Film am 4. November in den deutschen Kinos. Ein halbes Jahr später erschien die DVD im Handel. Im deutschen Fernsehen liefen die ersten beiden Teile ab Ende Oktober 2011 auf ARTE.

Besetzung, Regie und Drehorte

Regisseur Olivier Assayas arbeitete hart für die Biografie über den venezolanischen Terroristen „Carlos“. Als Ergebnis entstand eine Kurzfassung von „Carlos – Der Schakal“ mit 187 Minuten und eine Langfassung mit 331 Minuten. Dabei wurden mehrere Originalsprachen produziert Englisch, Deutsch, Arabisch, Spanisch, Ungarisch, Französisch, Japanisch und Russisch. Für das Drehbuch unterstützen Dan Franck und Daniel Leconte den Regisseur.

Das Kamerateam, Yorick Le Saux und Denis Lenoir, filmte internationale Teilnehmer. Alle sprechen ihre Landessprache und die Übersetzung findet der Zuschauer in den Untertiteln. Die Altersfreigabe liegt bei 16 Jahren und es konnten 9 Auszeichnungen und 7 Nominierungen erreicht werden.

Die Hauptrolle übernahm der venezolanische Schauspieler Édgar Ramírez und zeichnete den Charakter Carlos. Wie seine zu spielende Persönlichkeit ist auch er mehrsprachig. In der Produktion arbeiteten Jens Meurer und Daniel Leconte. Weiteren Rollen gingen an: Alexander Scheer, Alejandro Arroyo, Fadi Abi Samra, Ahmad Kaabour, Talal El-Jordi, Juana Acosta, Nora von Waldstätten, Christoph Bach, Rodney El Haddad, Julia Hummer, Antoine Balabane, Rami Farah, Aljoscha Stadelmann, Zeid Hamdan, Fadi Yanni Turk, Katharina Schüttler, Badih Abou Chakra, Basim Kahar, Cem Sultan Ungan, Susanne Wuest, Anna Thalbach, Salah El Din Abou Chanab, Johannes Richard Voelkel, Abbes Zahmani, André Marcon und Udo Samel: Bruno Kreisky.

Handlung & Inhalt vom Film „Carlos – Der Schakal“

Carlos ist der Deckname eines venezolanischen Marxisten, mit echten Namen Ilich Ramírez Sánchez. In den 70er Jahren ist Carlos aktiv mit dem Ausführen terroristischer Anschläge. Er arbeitet im Auftrag der PFLP, Volksfront zur Befreiung Palästinas. Zahlreiche Verbrechen gehen auf sein Konto. 1974 zum Beispiel ist Carlos an der Geiselnahme in der französischen Botschaft in Den Haag involviert. Seine Helfer sitzen in der japanischen Roten Armee. Der Kontaktmann Michel Moukharbal wird von der Polizei verhaftet. Doch als er die Beamten zum Versteck führen möchte, erschießt er diese und er flieht nach Beirut.

 

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PFLP-Führer Wadi Haddad betraut ihn mit der OPEC-Geiselnahme. An dem gleichen Verbrechen ist Carlos beteiligt. Er verfügt Ende des Jahre 1975 in Wien über ein sechsköpfiges Terrorkommando, dazu gehören auch Gabriele Kröcher-Tiedemann und Hans-Joachim Klein. Langwierige Verhandlungen machen es möglich, dass die Geiseln und die Terroristen nach Algier ausfliegen und daraufhin reist das Terrorteam ungehindert nach Libyen aus. Die dortige Regierung weigert sich, mit ihm Kontakt aufzunehmen und so muss er wieder zurück nach Algier. Allerdings findet damit das Ziel, die Geiselnahme, nicht statt. Als Geisel sollte es der saudi-arabischen Ölministers Ahmed Zaki Yamani und der Kollegen Jamshid Amuzegar sein. Gegen viel Geld kommen die Geiseln wieder frei.

Nach der Tat darf Carlos wieder zurück nach Südjemen, aber er wird nach dem Misserfolg von der Organisation verstoßen. Der bereits geplante Angriff bekommt einen neuen Führer, Carlos seine Weggefährten Brigitte Kuhlmann und Wilfried Böse. Am Ende werden diese von der israelischen Sondereinheit, am 4. Juli 1976, erschossen.

Carlos führt weiterhin Verbrechen aus, erst als Beauftragter der irakischen und dann der syrischen Regierung. Später lässt er sich in Ungarn nieder, doch bestimmt nicht ohne weitere Taten. Weiterhin besteht enger Kontakt zu deutschen Revolutionäre Zellen. Dabei zählen besonders Johannes Weinrich und Magdalena Kopp.

Leider wird Kopp wenig später in Frankreich verhaftet, aufgrund eines geplanten Sprengstoffanschlages gegen die syrische Exilzeitung. Nun kommt Carlos wieder ins Spiel und möchte seine Kumpels durch einige Anschläge in Frankreich freipressen. Nach kurzer Zeit hat Kopp ihre Haftstrafe abgesessen und zieht nach Beirut, zu Carlos. Beide sind später die Eltern einer Tochter.

Durch die politischen Umwälzungen, das Öffnen des Eisernen Vorhangs und andere Geschehnisse in den europäischen Ostblockstaaten gehen seine Fürsprecher abhanden und auch seine Reisemöglichkeiten. Von Syrien und Libyen wird er ausgewiesen, deswegen zieht er in den Sudan. Dort wird Carlos wenig später verhaftet. Der französische Geheimdienst DST transportiert ihn nach Frankreich und nun muss er sich für seine Taten vor Gericht verantworten.

 

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In der letzten Szene wird eingeblendet, was aus den Weggefährten geworden ist. Carlos selbst sitzt in Frankreich seine lebenslange Haftstrafe ab.

Fazit & Kritiken zum Film „Carlos – Der Schakal“

Die Stärke des Regisseurs ist das Darstellen des Hauptcharakters. Carlos war ein Meister der Selbstinszenierung. Dazu benutzte er revolutionäre Parolen, um Vorteile bei den Genossen abzugreifen. Lange Zeit sah er sich als Meister über das eigene Geschick, aber eigentlich war er nur eine Marionette. Die Kindheit des Schakals spielt in dem Film keinerlei Rolle. In einer Szene bewundert sich der Anführer lüstern im Spiegel. Dem Zuschauer wird genau in diesem Moment klar, dass er keine politischen Ideen verfolgt, sondern es um sein eigenes Ego geht. Carlos genießt die Aufmerksamkeit der Frauen und die Gewalt. So schafft es der Regisseur in „Carlos – Der Schakal“ die Schwächen der Hauptperson offenzulegen. Trotzdem bleibt der Mensch distanziert zum Betrachter. Assayas erreicht bewundernswerter Weise, nie die Faszination des Bösen zu zeigen.

Die Rollenbesetzung ist ein Glücksgriff. Schauspieler Édgar Ramírez spielte bereits in anderen großen Kinofilmen mit. Er schafft es, der Figur eine Art Charisma des Fadenscheinigen einzuverleiben. In Schnelligkeit reisen die Darsteller um die Welt. Vieles möchte der Zuschauer gerne nachlesen, um es wirklich glauben zu können, so absurd sind manche Tatsachen. Assayas gelingt es perfekt, die politischen Verwicklungen mit persönlichen Umstände zu verknüpfen, sodass der Film begeistert.

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