Das Löwenmädchen

Der norwegische Film „Das Löwenmädchen“ erzählt die Geschichte des Mädchens Eva Arcander. Das Drama erklärt wie Eva im Jahr 1912, aufgrund eines genetischen Fehlers, mitsamt einer außergewöhnlichen Ganzkörperbehaarung geboren wird. Die Erzählung basiert auf der Romanvorlage von Erik Fosnes Hansen. Startdatum für die Kinos war der 14. September 2017. Zuvor kam es zu Vorführungen bei den nordischen Filmtagen in Lübeck 2016 und auf dem Filmfest 2016 in Hamburg.

Das Löwenmädchen
Dauer: 113 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Vibeke Idsøe
Produzenten: Marcus Brodersen, Reza Bahar, John M. Jacobsen
Hauptdarsteller: Rolf Lassgård, Ken Duken, Burghart Klaußner
Nebendarsteller: Connie Nielsen
Studio: Filmkameratene AS und Gifted Films West GmbH
Sprachen: Deutsch

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Die Handlung teilt sich in vier Teile auf. Evas Geburt mitsamt der Ablehnung des Vaters. Die abgeschottete Kindheit von Eva. Eine jugendliche Eva, die erstmals mehr Zeit außerhalb des Hauses verbringt und später die erwachsene Eva.

Das Löwenmädchen – Besetzung, Regie und Drehorte

Der norwegische Regisseur Vibeke Idsøe verfolgt mit seinem Film „Das Löwenmädchen“ die Tendenz, der Hollywood-Regel zu folgen. So wird über eine Filmlänge von 118 Minuten viel Geld investiert, mit dem Ziel mehr Einnahmen zu erreichen. Das Ergebnis zeigt ein Drama mit einer Altersfreigabe ab dem 12. Lebensjahr mit einem Hang zur seichten Unterhaltung. Das Drehbuch schrieb der Regisseur selbst.

Vom 17. Februar 2015 bis zum 24. Juli 2015 fanden die Dreharbeiten statt, welche sich über drei Länder erstreckten, Norwegen, Schweden und Deutschland. Kameramann Dan Laustsen filmte folgende Darsteller: Rolf Lassgård schlüpft in die Rolle von Gustav Arctander. Aurora Lindseth Løkka zeigt im zweiten Teil die kindliche Eva mit sieben Jahren. Die jugendliche Eva, ungefähr im Alter von vierzehn Jahren, bekommt ein Gesicht von Mathilde Thomine Storm. Für den vierten Teil zeigt sich Ida Ursin-Holm als erwachsene Eva. Ken Duken spielt den Charakter Andrej Bòr, den Echsenmann. Einzelne Szenen schnitt Per-Erik Eriksen zum Film. Dazu gehören auch Teile, in denen Burghart Klaußner dem Johannes Joachim ein Gesicht verleiht. In weiteren Nebenrollen sind zu sehen: Connie Nielsen, Kjersti Tveterås, Lisa Loven Kongsli, Rolf Kristian Larsen, Karen-Lise Mynster, John Sigurd Kristensen, Henrik Gillerstedt Mogen, Jonas Lundsveen, Henrik Mestad, Lars Knutzon und Kåre Conradi.

Handlung & Inhalt vom Film „Das Löwenmädchen“

Norwegen 1912: Die Ehefrau von dem Stationsmeister Gustav Arctander liegt in diesem Winter in den Wehen. Die Geburt ist hart und mit letzter Kraft bringt sie die Tochter Eva zur Welt. Leider verstirbt die Mutter bei der Geburt. Zur Überraschung der umstehenden Personen ist das kleine Mädchen von Kopf bis Fuß behaart. Die Trauer von Gustav verwandelt sich in einen Schock, nachdem er einen Blick auf sein Kind wirft. Am gesamten Körper ist ein Flaum von blonden Haaren. Sie ähnelt eher einem Tier als einem Menschen. Es handelt sich um ein seltenes Phänomen.

Seine Frau hatte ihm ein Versprechen auf dem Sterbebett abgerungen, das Kind bei sich zu behalten. Dies möchte er unbedingt einhalten. Aber die Überforderung ist groß und so entschließt er sich Eva vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Dabei hilft ihm die quirlige Hannah, welche alle anfallenden Hausarbeiten erledigt und sich mit viel Liebe um Eva kümmert. Es dauert nicht lange, bis Eva die Neugierde treibt und Ausflüge in die Außenwelt unternimmt. Allerdings begegnen ihr die anderen Menschen mit starker Abneigung.

Diese übernatürliche Behaarung nennt sich Hypertrichosis. Umgangssprachlich nennt es sich Wolfsmensch. Die Entscheidung des Vaters ist absolut, wirklich niemand darf das Kind zu Gesicht bekommen. Er hat Angst, denn die Welt kann grausam sein. Diese Vorgehensweise ist zwar egoistisch, doch er denkt auch an seinen Ruf als Stationsleiter. Eva ist jedoch eine wahre Frohnatur und sehr aufgeweckt. Die häusliche Umgebung ist nach kurzer Zeit zu klein für sie. Schnell bemerken die Angehörigen, dass sie äußerst belesen ist, besonders Mathematik und die Zeichnungen des Vaters haben es ihr angetan. Evas Leben besteht nur aus dem Haus, Hannah und heimlichen Gesprächen mit dem Stationsarbeiter Sparky. Dieser bringt ihr sogar das Morsen bei.

Mit der Einschulung entstehen neue Probleme. Es dauert nicht lange und Eva verliebt sich und erhält den ersten Kuss. Allerdings bringen die Hänseleien der Mitschüler sie zurück auf den Boden der Tatsachen. Nach und nach schwänzt sie die Schule und zieht sich wieder zurück. Erfolglos testen unterschiedliche Ärzte ihr Können, um die wallende Haarpracht zu entfernen. Von dem Kuriositätenkabinett des Dorfes bekommt Eva ein Angebot, welches sie jedoch ablehnt. Nach kurzem Überlegen sagt sie doch zu und zieht als „Löwenmädchen“ durch die Lande.

Dies ist eine Wende in ihrem Leben, die beklemmende Geschichte bekommt Fahrt. Nun wechseln sich die stetige Interaktion und wechselnde Reiseziele ab. Eva erhält etwas mehr Selbstbewusstsein und eine magische Ausstrahlung. Später im Studium lebt sie diese aus.

Fazit & Kritiken zum Film „Das Löwenmädchen“

In „Das Löwenmädchen“ wird die Thematik über den Wolfsmenschen aufgegriffen. Allerdings sind zwei Fragen viel wichtiger: Was kann jeder tun, wenn er anders ist? Ist verstecken angesagt oder soll jeder Mensch mit Selbstbewusstsein dazu stehen?

Der norwegische Spielfilm basiert auf dem Erfolgsroman von Erik Fosnes Hansen. Auf eine ruhige Weise entwickelt das Drama seine Figuren. Im Laufe der Zeit wachsen die Menschen dem Zuschauer ans Herz. Anfänglich zeigt der großartige Rolf Lassgard als Stationsmeister seine mürrisch herrische Seite und später entblößt sich sein weiches mitfühlendes Herz. In Evas Rolle glänzen drei verschiedene Jungdarstellerinnen. Allen gelingt es die Stärke, Ausstrahlung und Unabhängigkeit des jungen Mädchens glaubhaft auf die Leinwand zu bringen.

Mit stimmungsvoller Musik und grandioser Ausstattung ist der Film etwas für die ganze Familie. Es muss aber festgehalten werden, dass kein gutes Gefühl zurückbleibt. Tolle Landschaftsaufnahmen und eine großartige Maske sind zu sehen, was aber die Traurigkeit nicht bezwingen kann.

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