Der blinde Fleck (Film)

Drei Jahre hinter einander erhielt der Film „Der blinde Fleck“ vier Auszeichnungen, 2013 den Friedenspreis des Deutschen Films und den GILDE Publikumspreis der Filmkunstmesse Leipzig, 2014 den AZ Stern des Jahres und 2015 den ERGO Medienpreis. Die Premiere fand am 6. Juli 2013 bei dem Filmfest in München statt. Ein Jahr später lief der Spielfilm schon in dem deutschen Fernsehen.

Der blinde Fleck
Dauer: 95 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Daniel Harrich
Produzenten: Daniel Harrich
Hauptdarsteller: Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach
Nebendarsteller: August Zirner, Jörg Hartmann, Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec, Anna Grisebach
Studio: Michel Wagner Filmproduktion, Arte, Bayerischen Fernsehen, Bayerischer Rundfunk (BR), DIWA Film GmbH
Sprachen: Deutsch

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Das Drehbuch basiert auf das Buch „Oktoberfest – Das Attentat: Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann“. Es behandelt einen schweren Terroranschlag im Jahr 1980 und die Suche nach den Motiven und dem Täter. Bei dem Attentat auf dem Oktoberfest starben 13 Menschen und 200 wurden teilweise schwer verletzt. Interessanterweise verfügt der Film über einige Archivszenen aus dem Original. Mit der Ausstrahlung ging die Beweislage weiter, denn es meldeten sich zahlreiche Menschen mit Hinweisen.

Besetzung, Regie und Drehorte

Das Drehbuch zum Film „Der blinde Fleck“ wurde von Ulrich Chaussy, dem Hörfunkjournalisten, und Daniel Harrich verfasst. Trotz einiger allgemeiner Zweifel bleibt Chaussy bei der These des Einzeltäters und nahm dies zum Vorbild. Die Produktion fand unter der Leitung von Danuta Harrich-Zandberg in Deutschland statt. Fast hundert Minuten sind zu einem Politikum geworden, sodass eine reine journalistische Zuschauerinformation nicht immer eine gute Lösung war. Die Regie führte Daniel Harrich.

Die deutschen Schauspieler wurden von den Männern an der Kamera gut ins Bild gebracht. Dazu gehörten Tobias Corts und Walter Harrich. Die Schauspieler sind wirklich gut bekannt im deutschen Fernsehen. Es fallen Namen im Abspann wie: Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach, Jörg Hartmann ist der Anwalt Dietrich, August Zirner, Udo Wachtveitl verkörpert einen schmierigen Boulevard-Journalisten, Miroslav Nemec spielt den Generalbundesanwalt Kurt Rebmann, Walter Hess, Anna Grisebach, Norman Sonnleitner und Tessa Mittelstaedt als Köhlers Schwester.

Die musikalischen Einlagen des Films „Der blinde Fleck“ sind von Ian Honeyman. Die zugeschnittenen Szenen wurden von Georg Michael Fischer erfolgreich ins Bild gesetzt.

Handlung & Inhalt vom Film „Der blinde Fleck“

Ulrich Chaussy ist ein Journalist, der für den Bayerischen Rundfunk arbeitet. Er und seine Frau Lise besitzen in München, in einer Wohngemeinschaft, ein Zimmer. Eines Tages taucht die Polizei bei ihnen auf und durchsucht die Räume. Abgeführt muss er der Polizei Bericht erstatten. Die Suche nach verstecktem Sprengstoff in seiner Wohnung war allerdings erfolglos. Kurz nach der Befragung ziehen Lise und Ulrich in eine eigene Wohnung, ganz in der Nähe der bekannten Theresienwiese.

Während eines Seminars an der Polizeischule erklärt der Leiter des Verfassungsschutzes in Bayern, dass die Hintermänner von einem Attentat die Täter wie Marionetten halten. Ist der Fall erledigt, werden die Fäden gekappt und zurückbleibt, für die Polizei, nur lose Enden.

Neun Tage vor der Bundestagswahl, am 26. September 1980, findet ein Anschlag auf dem Münchener Oktoberfest statt. 13 Tote und zahlreiche Verletzte sind das Ergebnis. Der damalige bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß erklärt Langemann, er soll die Ermittlungen im Sinne der Wahlen für Josef Strauß beeinflussen. Ganz egal wie, aber er soll sich was einfallen lassen, damit er bei den Wahlen gewinnt.

Kurz danach wird der Öffentlichkeit der Einzeltäter Gundolf Köhler präsentiert. Der 21-jährige Student ist aber ein Mitglied der rechtsextremen Wehrsportgruppe. Nichtsdestotrotz soll er aus persönlichen Gründen gehandelt haben. Ulrich hegt echte Zweifel an der Richtigkeit und sucht vergeblich nach einem Motiv bei Köhler. In Zusammenarbeit mit dem Rechtsanwalt Werner Dietrich fängt Ulrich an, Nachforschungen anzustellen. Die Ergebnisse landen immer direkt bei dem Bayrischen Rundfunk. Unterstützung erhält er durch einen anonymen Mann, der ihm Umzugskartons voller Akten zukommen lässt.

Ulrich befragt Zeugen, die den Täter Köhler kurz vor der Tat gesehen haben. Alle diese Erkenntnisse wurden bei den polizeilichen Ermittlungen nicht in Betracht gezogen. So langsam kommen ihm Zweifel, er sieht auch Verbindungen zwischen der Presse und Langemann. Was löst diese Fragezeichen im Kopf aus? Der Reporter Werner Winter hatte die Möglichkeit, vor der Befragung der Polizei, mit den Verwandten Köhlers zu sprechen. Des Weiteren wurde am Tatort eine einzelne menschliche Hand gefunden, diese gehörte aber zu keinem Opfer. Die Suche nach der Wahrheit ist eine Lebensaufgabe für Ulrich.

Im Auftrag der Opfer beantragte der Anwalt eine Wiederaufnahme des Falls. Sein Antrag wird ganz kurz und knapp vom Generalbundesanwalt Kurt Rebmann in einer Pressekonferenz abgelehnt. Begründung: Es steht ein Einzeltäter fest. Dieser nennt sich Köhler. Ulrich ist nicht davon überzeugt. Doch es wird für ihn ungemütlich, denn seine Familie und er selbst bekommen Drohbriefe und werden beschattet. Die beiden erwarten ein Kind und darum beendet er vorübergehend die Nachforschungen. Ganze zwanzig Jahre später kommen neue Erkenntnisse in der DNA-Forschung ans Licht und dies drängt ihn, die Recherchen wieder aufzunehmen. Allerdings landet Ulrich schon wieder in einer Sackgasse, denn alle Beweismittel wurden vernichtet. Die Frage einer Mittäterschaft kann nicht geklärt werden.

Im Abspann wird dem Zuschauer klar, dass Langemann seine gerechte Strafe bekommen hat, denn er wurde verurteilt.

Fazit & Kritiken zum Film „Der blinde Fleck“

Aufgrund der Ausstrahlung vom Film „Der blinde Fleck“ wurde der Fall wieder aufgenommen. Bei seiner Premiere versprach der Innenminister öffentlich die Akten wieder zu öffnen. 2014 starteten die Ermittlungen der Justiz. Eine befragte Zeugin erklärte ebenfalls ihre Zweifel an der Theorie. Die Zeitung „Zeit Online“ bezeichnete den Film „Der blinde Fleck“ als den sehenswertesten deutsch-politischen Film der Vergangenheit.

Es wurde sich bewusst bei der Umsetzung für einen Spielfilm entschieden, sodass mehr Emotionen rüberkommen können. Die Zuschauer sollen nicht in eine negative Stimmung geraten, sondern wissen, dass das funktionierende Demokratiesystem alles ans Licht bringt.

Die beiden Autoren protokollierten brav das gesamte Material und füllten die Lücken nicht spekulativ aus. Keine Figur sticht besonders heraus, denn es soll eine Geschichte und nicht eine Episode aus der Vergangenheit berichtet werden. Leider fällt dabei das andauernde Versagen der Sicherheitskräfte und Geheimdienste im Kampf gegen den Terror auf. Ulrich wirft die Frage auf: „Hätte man aus den Fehlern nicht lernen können?“ Das bleibt leider bis heute unbeantwortet.

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