Die Tänzerin

Sie war eine Überraschung im 19. Jahrhunderts, Marie Louise Fuller. Als Tochter eines Cowboys und Rodeoreiters aus Amerika, beginnt „Die Tänzerin“ die Belle Époche in Frankreich zu verändern. Mit ihren Schleiertänzen verzaubert sie das Publikum in Paris. Unter meterlanger Seide, die Arme mit Holzstäben verlängert und raffinierten Lichtspielen, zeigt sie auf der Bühne ihren ausdrucksstarken Tanz unter Einsatz ihres ganzen Körpers.

Die Tänzerin [dt./OV]
Dauer: 112 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Stéphanie Di Giusto
Produzenten: Alain Attal
Hauptdarsteller: Soko, Gaspard Ulliel, Lily-Rose Depp
Nebendarsteller: Mélanie Thierry, François Damiens, Lois-Do de Lencquesaing
Studio: Les Productions du Trésor, Wild Bunch, Orange Studio
Sprachen: Deutsch, Français

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Sie wird zum neuen Stern unter dem Künstlernahmen Loie Fuller am Varietétheater Folies Bergère und zum großen Star ihrer Zeit. Sie unterstützt und hilft begabten Tänzerinnen, darunter auch die Amerikanerin Isabella Duncan, nichts ahnend, dass sie eine ernstzunehmende Rivalin wird. Tragisch ihre Beziehung zum Grafen Louis d’Orsay, der sie Zeit seines Lebens unterstützt.

Die Tänzerin – Besetzung, Regie und Drehorte

Stéphanie Di Gusto, ist eine französische Fotografin und Regisseurin. Sie arbeitete unter anderem für die Modezeitschrift Vogue und Elle, und tätigte Videoclips für Elsa Lunghini, Camille und Brigitte Fontaine. Für „Die Tänzerin“ (Original „La Danseuse“), ihren ersten Film, schrieb sie mit Thomas Bidegain und Sarah Thiebaud gemeinsam das Drehbuch, basierend auf dem Roman von Giovanni Lista, und führte Regie.

Für die beeindruckenden und spektakulären Filmaufnahmen sorgte der mehrfach ausgezeichnet belgische Chefkameramann Benoit Debie. Die außergewöhnlichen Kostüme entwarf die französische Szenenbildnerin Anais Romand. Dafür wurde sie mit dem César belohnt. Im Jahr 2018 wurde sie zudem in die Academy of Motion Pictures Arts and Science aufgenommen. Untermalt ist der Tanzfilm mit Max Richters moderner Version zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.

Das Schauspielerensemble bestand aus der Sängerin SoKo, Gaspard Ulliel, Mélanie Thierry und der Tochter von Johnny Depp, Lily-Rose Melody Depp. Die Dreharbeiten fanden in Frankreich und in der Tschechischen Republik statt. Premiere feierte „Die Tänzerin“ auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes am 13. Mai 2016 und lief am 28. September 2016 über die französischen Kinoleinwände. Das Drama hat eine Lauflänge von 112 Minuten und eine FSK von 12 Jahren.

Gedreht wurde mit einem Budget von 8 Millionen US-Dollar, dass Einspielergebnis betrug 2 Millionen US-Dollar.

Handlung & Inhalt vom Film „Die Tänzerin“

Wir schreiben das Jahr 1892. Mary Louise Fuller lebt in Amerika. Ihr großer Traum ist es eine erfolgreiche Schauspielerin zu werden. Nachdem ihr Vater, ein Cowboy und Rodeoreiter in der Badewanne erschossen wird, packt sie ihre Sachen und zieht nach zu ihrer Mutter nach Brooklyn.

In einer Theaterrolle, die sie dort erhält, soll sie eine stumme und hypnotisierte Frau darstellen. Doch sie stolpert auf der Bühne über ihren viel zu weiten Rock und hebt diesen im Affekt mit waagerecht ausgestreckten Armen an und beginnt mit den Stoffbahnen spielend zu tänzeln. Das bisher gelangweilte Publikum ist begeistert.

Das bringt die junge Frau auf die Idee, fortan mit wehenden Kleidern tanzend, das Publikum zu begeistert. Dabei versucht sie mit Holzstäben in den Händen die Stoffbahnen so weit wie möglich auszubreiten.

Bei einem ihrer Auftritte ist Graf Louis d’Orsay zugegen, von ihrer Darbietung fasziniert ist. Der melancholische Louis umwirbt Loie Füller, so ihr Künstlername, akzeptiert es aber, als sie es ablehnt eine Beziehung mit ihm einzugehen. Er besorgt ihr ein Tanzkleid aus leichter Seide, dass nun fließende Bewegungen ermöglicht. Der Adlige rät ihr, nach Paris zu gehen, denn das Varietétheater Folies Bergère würde ihren modernen Tanzstil unterstützen.

In Frankreich angekommen stößt sie beim Theaterintendanten Edouard Marchand zunächst auf Ablehnung. Sie erhält allerdings die Chance, innerhalb von zwei Wochen eine Choreographie zu entwerfen und damit das Publikum zu begeistert. Loie beginnt mit hartem Training, arbeitet mit buntem Bühnenlicht, die ihr weißes Kleid auf der Bühne geheimnisvoll und mystisch erscheinen lassen. Ihr Tanz zu Vivaldis „Der Frühling“ wird zum sensationellen Erfolg. Bald darauf trifft Graf d’Orsay in Paris ein und aufgrund seiner Schützenhilfe erhält sie ein Engagement an der Pariser Oper.

Doch das tägliche Training und ihre Auftritte bringen die Tänzerin an die gesundheitlichen Grenzen. Durch ihre starken Rückenschmerzen erleidet sie immer wieder Zusammenbrüche. Ein weiteres Problem bilden die depressiven Zustände, des vom Äther abhängigen Louis, der mehr und mehr von Suizidgedanken heimgesucht wird.

In der Zeit an der Pariser Oper und bei der Vorbereitung ihrer Bühnenshow, lernt Loie einige Nachwuchstänzerinnen, darunter Isadora Duncan kennen, fördert sie und bietet ihr auch einen Vertrag hat. Doch Isadora nützt ihre Mäzenin nicht nur in sexueller Hinsicht aus, sondern verlässt nach einem umjubelten Auftritt vor Journalisten die Stadt und wird damit zur Konkurrentin von Loie.

Bei der Generalprobe zu ihrem Auftritt bricht Loie gänzlich zusammen. Trotz aller Widrigkeiten tritt sie am nächsten Tag mit einer überwältigenden Choreographie auf. Es ereignet sich jedoch ein Unglück. Als eine der starken Lampen zersplittert, stürzt sie von ihrem Podest auf der Bühne. Mit letzter Kraft schleppt sie sich vor den Vorhang und trotz der abgebrochenen Vorstellung wird sie von einem begeisterten und applaudierten Publikum empfangen.

Graf Louis d’Orsay, der dieser Aufführung nicht beiwohnte, zündet zur gleichen Zeit während einer Autofahrt ein äthergetränktes Tuch an und nimmt sich das Leben.

Fazit & Kritiken zum Film „Die Tänzerin“

Sie begeisterte nicht nur das Publikum, sondern auch die Künstler ihrer Zeit. Mit ihrem eigenen Tanzstil, gab sie dem Begriff „Weiblichkeit“ eine ganz andere Bedeutung und war eine der Wegbereiterinnen für den modernen Tanz, den sie in einzigartige Lichtsequenzen tauchte. Loie Fuller, dieser bewundernswerten Frau widmet Stéphanie Di Giusto in ihrem Film „Die Tänzerin“ eine beeindruckende Hommage, angelehnt an das Leben der Künstlerin.

Zwar mag das schauspielerische Talent der Darsteller Kritiker und Zuschauer nicht immer überzeugen, insbesondere Lily-Rose Depp, jedoch ist der Film schon in visueller Hinsicht ein wahrer Augenschmaus. Dies verdankt er Starkameramann Benoit Debie, der die von Jody Sperling choreografierten Tanzszenen gekonnt einfing und mit fantastischen Bildern den Zuschauer begeistert .

Auch die musikalische Gestaltung ist hervorragend gelungen. Mit der musikalischen Untermalung von Beethovens 7. Sinfonie, Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und Stücken von Sacha Galperine, sowie den ausgefeilten Lichteffekten von Alexandre Le Brun, hinterlassen die Tanzaufnahmen, in ein mystisches Farbspiel und in eine geheimnisvolle Szenerie eingetaucht, beim Publikum einen bleibenden Eindruck.

Vielleicht hätte die Biografie um die Tänzerin Loie Fuller eine noch intensivere Story um die Figur der eigenwilligen Künstlerin geboten, doch im Großen und Ganzen ist „Die Tänzerin“ ein gelungener Film der französischen Regisseurin Stephanie Di Giusto.

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