Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel

Eric Kandel, Hirnforscher, hat sein gesamtes Leben damit verbracht, nach den Funktionen des Gedächtnisses zu suchen. Aufgrund seiner Wurzeln führte sein Emigrantenschicksal ihn zu der Hirnforschung. Kandel wollte feststellen, was im Gehirn vererbt ist und was erlernt ist. Wie lassen sich menschliche Handlungsweisen erklären? Der Film, „Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel„, gräbt in den Forschungen und der Lebensgeschichte des Nobelpreisträgers.

Auf der Suche nach dem Gedächtnis [dt./OV]
Dauer: 93 Min.
Jahr:
Regie: Petra Seeger
Produzenten: Petra Seeger, Robert Winkler
Hauptdarsteller: Eric Kandel
Studio: Filmform Köln mit Arte, ORF, WDR
Sprachen: Deutsch, Englisch

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Insgesamt erhielt die Biografie acht Auszeichnungen. Dazu gehört auch der Bayerischen Filmpreis 2009 als „Bester Dokumentarfilm“ und der Publizistikpreis der GlaxoSmithKline Stiftung, in München 2010. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh ihm das Prädikat „Besonders wertvoll“.

Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Besetzung, Regie und Drehorte

Mit dem Originaltitel „In Search of Memory“ kommt die Autobiografie dem Beruf des Neurowissenschaftlers sehr nahe. Die Dokumentation „Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel“ ist in zwei Originalsprachen erhältlich, in Deutsch und Englisch. Regie, über eine Länge von 95 Minuten, führte Petra Seeger und sie schrieb auch das Drehbuch.

Der Film ohne Altersbegrenzung entstand in Deutschland. Wobei die Dreharbeiten in Paris, Wien und den USA stattfanden, dort hielt sich Eric Kandel sein gesamtes Leben über auf. Unter den Fittichen der Kameraleute Robert Winkler und Mario Masini besuchte er alle Lebensstationen erneut, teilweise mit seiner gesamten Familie. Seine Pionierarbeit brachte wesentliche Einblicke in das menschliche Gedächtnis und erklärt die wesentlichen Prinzipien. Für die Erscheinung im Jahre 2008 arbeitete die Produktionsfirma Filmform Köln mit Arte, ORF und dem WDR eng zusammen. Einzelne Bildfrequenzen und Szenen wurden von Oliver Neumann zusammengeschnitten. Die Biografie ist seit dem 1. Oktober 2007 auch schriftlich erhältlich.

Handlung & Inhalt vom Film Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel

Eric Kandel ist einer der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit, er erinnert sich an sein eigenes Leben: Im netten Erzählstil erinnert Kandel sich, dass er als Kind 1939 von Wien nach New York floh. Die Nazis in Deutschland machten den Juden das Leben schwer. Seine persönliche Suche nach familiären Erinnerungen brachte ihn dazu, sich der Geschichte und später der Psychoanalyse, was ihn weiter leitete an die neurobiologische Forschung, zu zuwenden. Mit den Nachforschungen wollte Kandel eine neue Wissenschaft des menschlichen Fühlens und Denkens begründen.

Rückblick: Zwei Tage nach dem neunten Geburtstag bricht die Gewalt mit starker Kraft in das junge Leben ein. Die Wohnung der Kandels wird von den Nazis geplündert und die Familie muss fliehen, wenn sie nicht sterben will. Eric und sein Bruder machen die Vorhut, erst Monate später folgen die Eltern. Als junger Mensch kann er sich die Wut der Deutschen nicht erklären und es wächst eine Faszination für die Vergangenheit, das Vergessen und Erinnern. Aus diesen Gründen widmet Kandel sich später dem Studium der Geschichte und Literatur. Allerdings lässt ihn die Faszination der Stadt Wien nie los, es ist die Stadt von Sigmund Freud. Als er eine Psychoanalyse startet, stellt er fest, dass das Fach an seine Grenzen kommt und wendet sich der biologischen Forschung zu.

Eigentlich geht es um eine Erklärung der psychischen Prozesse, das Unbewusste und das Bewusste, was schon Freud faszinierte. In der Dokumentation lässt Kandel alles Revue passieren und erzählt detailliert seine Entwicklung als Forscher. Dabei beschreibt er die Entwicklung der neurobiologischen und modernen Wissenschaft des menschlichen Geistes. Die Gedächtnisforschung ist eine Schlüsseldisziplin im 21. Jahrhundert.

Er sattelt um auf ein Medizinstudium und im Jahre 1974 startet Kandel als Professor an der Columbia University in New York.

Der hagere Mann besitzt ein herzhaftes Lachen, ist ein Energiebündel und verfügt über ein Faible für Fisch, Bananen und Joghurt. Dazu weist er eine manische Liebe zur Kunst auf. Während seiner Zeit als Professor in New York unternimmt Kandel Experimente an der mächtigen Meeresschnecke und dem kalifornischen „Seehasen“. Dazu untersucht er die Mechanismen an den Kontaktstellen der Nervenzellen, die Synapsen, dabei entschlüsselt er das Basiswissen für das Kurz- und Langzeitgedächtnis. Mehr als fünfundzwanzig Jahre später erhält er für seine Forschungen den Nobelpreis der Medizin. Es geht um die Entdeckung des Proteins, welches die Schlüsselrolle in der Speicherung von Ereignissen im Kurzzeit- und im Langzeitgedächtnis spielt.

Für die Dokumentation reist er, erst widerwillig und dann glücklich, zurück in seine Heimatstadt Wien. Er ist ein Jude aus der „unteren Mittelschicht“, der aber gar nicht gläubig ist und trotzdem konsequent die jüdische Kultur pflegt. Regelmäßig feiert er Pessach im Kreise seiner Kinder und Enkel, spricht Jiddisch, besucht die Synagoge und singt hebräische Lieder.

Fazit & Kritiken zum Film Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel

Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel“ ist eine Autobiografie auf höchstem literarischem Niveau. Das Porträt von Eric Kandel ist von Sympathie geprägt und zeigt anschaulich, wie viel harte Arbeit, Engagement, Disziplin und Leidenschaft nötig waren, um so ein erfolgreicher Wissenschaftler zu werden. Regisseurin Seeger hat mit den Dreharbeiten bestimmt sehr viel zu seiner eigenen Wundheilung beigetragen. Die spürbare Sensibilität ist ein bleibender Eindruck der Dokumentation. Kandel vollbringt etwas Sensationelles. Mit einer Leichtigkeit bringt er dem Publikum großen wissenschaftliche Erkenntnisse näher, sodass eine Offstimme überhaupt nicht nötig ist, alles eingebettet in persönliche Erinnerungen. Die Zuschauer folgen Kandel direkt ins Labor und erhalten unglaubliche Aufnahmen von auswachsenden sensorischen Nervenzellen geboten, sodass das eigene Gehirn beobachtet werden kann.

„Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel“ ist ein kurzweiliger Dokumentarfilm mit unterschiedlichen Elementen kombiniert. Besonders in der ersten Hälfte wird die Autobiografie ergänzt durch Reenactment-Szenen in Sepiafarben, dadurch werden die Kindheitserlebnisse Kandels in Szene gesetzt.

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