Golden Door

Im Film „Golden Door“ wird das karge Land von der Familie Mancuso seit Generationen bewirtschaftet. Die Monotonie wird nur unterbrochen, wenn Ansichtskarten von Verwandten aus den USA eintreffen. Salvatore entwickelt seine eigene Vorstellung darüber, wie das Land, indem Milch und Honig fließen, aussieht.

Golden Door
Dauer: 113 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Emanuele Crialese
Produzenten: Alexandre Mallet-Guy
Hauptdarsteller: Charlotte Gainsbourg, Vincenzo Amato, Aurora Quattrocchi
Nebendarsteller: Francesco Casisa, Filippo Pucillo, Federica De Cola, Isabella Ragonese, Vincent Schiavelli
Studio: Prokino
Sprachen: Deutsch

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So beschließt er letztendlich mit seinen Söhnen Angelo, Pietro und seiner Mutter Donna dorthin auszuwandern. Doch so einfach gestaltet sich die Reise in das gelobte Land leider nicht. Denn auf dem Schiff sind sie auf engsten Raum zusammengepfercht, Gefahren ausgesetzt und müssen damit eine ungemütliche Überfahrt über sich ergehen lassen.

Und bei der Ankunft der nächste Schock, nur wer die medizinische Untersuchung besteht, darf bleiben. Der einzige Lichtpunkt für Salvatore ist die schöne Lucy, die er auf dem Schiff kennenlernt und bei seiner Ankunft heiratet.

Golden Door – Besetzung, Regie und Drehorte

Zwischen 1892 und 1952 wanderten etwa 12 Millionen Menschen nach Amerika aus. Getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben, erreichten sie die Ellis Island im Hafen von New York. Dort mussten alle Einwanderer verschiedene medizinische Tests durchlaufen, die entscheiden, ob sie bleiben dürfen. Auf diesen historischen Aussagen, auch in Form von Dokumenten, baut das Drama „Golden Door“ von Emanuele Crialese auf.

Nach seinem erfolgreichen Kinostart mit „Lampedusa“, inspiriert von der gleichnamigen Insel, richtet der Regisseur Emanuele Crialese den Focus in seinem zweiten Film „Golden Door“, auf die Auswanderungswelle Anfang des 20. Jahrhunderts. Dabei fungiert er auch als Drehbuchautor. Unterstützt wurde er in der französisch-italienischen Produktion von Kamerafrau Agnès Godard. Den Soundtrack schrieb Antonio Castrignano.

Das Schauspielerensemble bestand aus der Sängerin und Schauspielikone Charlotte Gainsbourg, der Tochter des legendären Serge Gainsbourg und Jane Birkin. Zur Seite stand ihr Vincenzo Amato, eigentlich ein bekannter Bildhauer. Als er in New York Emanuele Crialese kennenlernte, zu den ihn bis heute eine tiefe Freundschaft verbindet, wagte er den Schritt auf die Bühne. Für Crialeses Kurzfilm „Once we were strangers“, erhielt er die Auszeichnung in der Kategorie „Bester Schauspieler“ auf den Internationalen Filmfestivals in Brüssel.

„Golden Door“ wurde im Jahr 2006, auf den Filmfestspielen in Venedig, mit dem „Silbernen Löwen“ für die Beste Neuentdeckung ausgezeichnet.

Handlung & Inhalt vom Film „Golden Door“

Der erste Teil des Filmes beginnt mit der Erzählung von Salvatore Mancuso, der mit seinen zwei Söhnen Angelo, Pietro und seiner Mutter Donna Fortunata in einer armen Gegend auf Sizilien im Jahr 1913 lebt. Salvatore ist ein Bauersmann und bewirtschaftet den kargen Boden, kann aber mit den Ernteerträgen seine Familie kaum ernähren.

Das monotone Leben wird nur unterbrochen, wenn Ansichtskarten aus Amerika von ausgewanderten Verwandten bei ihnen eintreffen. Und sie erzählen eine fantastische Geschichte. Demnach soll in diesem Land das Geld auf den Bäumen wachsen, Kartoffeln die Größe eines Zugwaggons haben und Karotten die Länge einer Kanone besitzen. Salvatore glaubt diesen Bildern und malt sich aus, wie schön und einfach das Leben dort wäre.

Eines Tages unternimmt der tiefgläubige Salvatore mit seinem Sohn einen Fußmarsch zum Kreuz auf den Gipfel eines Berges und fällt beim Gebet zu Gott eine weitreichende Entscheidung. Mancusos Leben, bestimmt von Armut und Not, soll sich für den Witwer nun ändern, denn er will in das Land mit der goldenen Tür auswandern.

Er verkauft seinen gesamten Besitz und kleidet sich und seine Familie neu ein. Sie nehmen Abschied von der verbrannten Erde Siziliens und gehen an Deck des Schiffes, dass sie nach Amerika bringen soll. Die vier wöchige Überfahrt mit Massenunterbringung in kleinen Kojen und mit nur wenig zu Essen ist für die Familie kein leichtes Unterfangen, insbesondere als sie von einem schweren Sturm heimgesucht werden. Die meiste Zeit verbringen sie unter Deck. Bei den nur wenigen Spaziergängen auf dem Schiff, sind die Frauen von den Männern streng getrennt. Trotzdem lernt Salvatore die geheimnisvolle Lucy kennen.

Während Salvatore von der hübschen Frau fasziniert ist, sucht Lucy einen Mann, der sie heiratet. Denn das ist eine der Auflagen um eine Aufenthaltsgenehmigung in Amerika zu bekommen. Deshalb bittet sie den Witwer sie zu ehelichen. Er stimmt zu, obwohl er weiß, dass sie ihn nicht liebt. Er glaubt jedoch fest daran, dass sich dies im Laufe der Zeit ändern würde.

Nach der schwierigen Überfahrt erreichen sie die neue Welt und werden auf Ellis Island einem physischen und psychischen Gesundheitscheck unterzogen und mit Fragen bombardiert. Denn nur jene Einwanderer können bleiben, die absolut gesund sind und keine Krankheiten, die eventuell vererbt werden könnten, aufweisen. Salvatores Sohn Pietro und seine Mutter bestehen die Untersuchungen nicht und müssen nach Sizilien zurückkehren. Salvatore steht nun vor einer schweren Entscheidung. Soll er bleiben und mit Lucy ein neues Leben beginnen? Oder soll er mit seiner Familie in die Heimat zurückkehren?

Fazit & Kritiken zum Film „Golden Door“

Golden Door“ ist der zweite Kinofilm von Regisseur Emanuele Crialeses. Das Abenteuer erzählt eine surreale Fabel und nimmt das Publikum mit auf eine Reise in die damals neue Welt, Amerika. Angetrieben von verheißungsvollen Bildern will Salvatore mit seiner Familie in dieses Paradies, dass er noch nie gesehen hat. In seiner Vorstellung handelt es sich um den Garten „Eden“. Doch dass er nicht durch ein „Goldenes Tor“ schreiten wird, erfährt er erst bei der Ankunft. Entwürdigend sind die Untersuchungen und Test, die die Familie über sich ergehen lassen muss und nicht jeder Immigrant darf bleiben. Das erfährt der Witwer nun am eigenen Leibe.

Das Drama endet mit der freiwilligen Rückkehr der eigenwilligen Mutter, wunderbar gespielt von Aurora Quattrocchi. Die Familie zerfällt. Doch für Salvatore eröffnet sich eine neue Perspektive, die Zukunft mit Lucy an seiner Seite. Vortrefflich besetzt sind die beiden Hauptrollen mit Charlotte Gainsbourg, als einsame britische Lady und Vincenzo Amato, in der Rolle des flotten Sizilianers Salvatore.

Der Film „Golden Door“ ist ein packendes Einwandererdrama mit phänomenalen, märchenhaften Bildern und dem Traum von einer besseren Zukunft.

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