Luft

Die ersten Szenen im Film „Luft“ sind rasant und dynamisch inszeniert. Das Coming-of-Age-Drama „Luft“ wurde auf dem Filmfest in München 2017 vorgestellt und erschien in den deutschen Kinos aber erst am 14. Februar 2019. Eine Jagdszene macht den Anfang. Der maskierte Jäger verliert seine Beute, den Hirsch, aufgrund von einer Explosion.

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LUFT (Original deutsche Kinofassung)
Dauer: 91 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Anatol Schuster
Produzenten: Isabelle Bertolone, Marius Ehlayil
Hauptdarsteller: Paula Hüttisch, Lara Feith, Matthias Neukirch
Nebendarsteller: Thomas Di Bernardo, Franziska Rieck, Murat Seven, Jakob D’Aprile
Studio: wirFILM
Sprachen: Deutsch

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Bei dem schnellen Rückzug des Jägers stolpert er über Manja. Sie purzeln übereinander und als die Maske fällt, kommt ein tolles Mädchen aus ihrer Schule zum Vorschein. Louk küsst sie kurz und rennt weiter. Zwei gegensätzliche junge Frauen lernen sich in einem Road Trip kennen und verlieben sich ineinander

Besetzung, Regie und Drehorte

Der Regisseur Anatol Schuster, bekannt von „Ein idealer Ort“, zeigte mit dem Film „Luft“ eine Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Roadmovie. Er selbst legte Hand bei dem Drehbuch an und erhielt Unterstützung von Britta Schwem. Über eine Länge von 91 Minuten führte Julian Krubasik mit ruhiger Hand die Kamera. Im Erscheinungsjahr des Films „Luft“ ist seine Arbeit als Kameramann noch in zwei weiteren Filmen zu sehen.

Während des Festivals der deutschen Filme in Ludwigshafen wurde „Luft“ mit dem Filmkunstpreis ausgezeichnet. Regisseur Anatol Schuster erhielt zudem, bei dem Tel Aviv International LGBT Film Festival, eine besondere Nennung, als junger vielversprechender Regisseur. Die Musik stammt von Henrik Ajax und Schnitt saß Gesa Jäger.

Die beiden Hauptdarsteller Paula Hüttisch (Manja) und Lara Feith (Louk) stehen als gegensätzliches Duo im Vordergrund. Matthias Neukirch, spielte bereit 2015 in „Dieses Sommergefühl“, 2014 „Who Am I – Kein System ist sicher“ und 2009 „Der verlorene Sohn“ mit, nun bringt er für die Zuschauer Doktor Lemont auf die Leinwand.

Handlung & Inhalt vom Film „Luft“

Der Name des Films stammt von dem Sprichwort ab: unterschiedlich wie Luft und Wasser. Die siebzehnjährige Manja ist das absolute Gegenteil von der gleichaltrigen Louk. Manja lebt in etwas ärmeren Verhältnissen. Die gesamte Familie, Mama, Geschwister und Oma, wohnt am Stadtrand in einer Hochhaussiedlung. In der Schule ist Manja nicht sonderlich beliebt, sondern eher ein Außenseiter und Ziel einiger Mobbing-Attacken. In der Freizeit hört Manja den alten Geschichten und Märchen ihre Großmutter zu, die nur kasachisch spricht.

 

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Ihre Mutter schimpft den ganzen Tag über die Männer im Allgemeinen, besonders über ihren eigenen. Manjas Vater hat die Familie zurückgelassen und sich einer neuen Frau zugewandt. Die ältere Schwester spielt tagaus und tagein nur Akkordeon, die Musik ist typisch melancholisch. Heimlich möchte sie so sein wie Louk, im Grunde genommen ist sie in das mutige, rebellische Mädchen verliebt.

Louk hat ganz andere Bedingungen. Ihr Charakter richtet sich nach ihren Vorgaben: keine Lügen, keine Angst zeigen und keine Spuren hinterlassen. In der Schule ist sie beliebt. Alle mögen sie und somit steigt sie zur Königin der Schule auf. Von Jungs lässt sie sich gar nicht einschüchtern und lässt sich von niemandem etwas erzählen. Ganz nach dem Motto: immer in der Gegenwart leben, verbringt Louk ihre gesamte Zeit. Während einer Wildjagd laufen die beiden Mädchen sich unverhofft über den Weg.

Auf dem Rückweg rennt Louk einfach blindlings los und rennt Manja dabei um. Sie purzeln übereinander, wobei Manjas Brille zerbricht. Der Unfall ist ein echtes Problem, die Brille ist Marke Eigenbau und die Familie hat kein Geld für eine neue. Als sie so übereinander liegen, kommt es zu einem kurzen flüchtigen Kuss. Bei Verlassen des Schauplatzes kündigt Louk eine Mutprobe an. Diesen Abend will sie sich unter einen Zug legen. Wer ist dabei?

Diese Geschichte ist ein Anfang einer Freundschaft, auch wenn es keine Alltägliche ist. Louk und Manja kommen sich näher und lernen die Geheimnisse des Anderen kennen. Nur langsam entdeckt Manja den wirklichen Grund der aufgesetzten Getriebenheit der Freundin. Auch Louk hat ihren Vater verloren, durch den Ertrinkungstod. Nach und nach kommen sich die zwei jungen Damen auch sexuell näher. Zum Roadmovie wird der Film, als die beiden neuen Freunde sich auf dem Weg nach Frankreich machen.

Dieses Zueinanderfinden wird durch viele verlorener, melancholischer Blicke in die Ferne dargestellt. Ganz naiv fallen die Inszenierungen aus. Eine Veräußerlichung der innersten Gefühle durch Blicke!

Fazit & Kritiken zum Film „Luft“

Die Menge an Melancholie strapaziert den Film „Luft„, sodass er an einigen Stellen kitschig wirkt. Es kommt kaum Schwung in die Geschichte, zudem kommt keine Charakterentwicklung auf. Eine wichtige Rolle im Film „Luft“, spielt die Introvertiertheit von Manja und das Extrovertierte von Louk. Zustande kamen die gegensätzlichen Eigenschaften durch die erlebte Vergangenheit. Erst viel zu spät, bei der Verwandlung zum Roadmovie, kommt Schwung in die Verfilmung.

Anatol Schuster hinterließ mit seinem Film eine Erinnerung an das Gefühl, wenn das erste Mal sich mit einem wonnig-warmen Gefühl in einem ausbreitet. Die Figuren und Dialoge fügen sich leider nicht zusammen, so kann über fast hundert Minuten nichts Greifbares entstehen. Allerdings ist der Sinn des Films „Luft“ deutlich zu spüren: Du musst Mut haben, dann kannst Du den Schlingen der Vergangenheit entfliehen. Die Musik ist absolut greifbar. Mal sind es russische Weisen oder auch Rap Musiker, aber diese Untermalung trägt nicht den Film. Die Musik ist ideal angepasst, sodass trotzdem eine Stimmung erzeugt und weiter transportiert werden kann.

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