Streaming per VPN: Wie funktioniert das Ganze?

Die Nutzung eines VPN ist etlichen Internetusern alles Andere, als neu. Wer vor fast einem Jahrzehnt Sendungen aus Großbritannien oder auch aus den USA sehen wollte, der hat schon damals auf die damaligen VPN-Lösungen zugegriffen. Heute ist das VPN allerdings wirklich in Mode und wird gar in den Nachrichten gerne erwähnt. Aber wie lässt sich ein VPN beim Streaming nutzen und was ist das überhaupt?

Streaming per VPNAbbildung 1: Streaming per VPN – ist das möglich? Und wenn ja: Was sollte dabei beachtet werden? Bildquelle: @ Petter Lagson / Unsplash.com

Was ist ein VPN?

Grundsätzlich verschleiert ein VPN immer die Herkunft des Users und sorgt quasi nebenbei dafür, dass dessen gesendete Daten nicht zurückverfolgt werden können. Aber wie funktioniert das?

  • Eine IP – über einen VPN-Anbieter wählen Nutzer ihre Länderkennung, also die IP. Allerdings besitzt nun niemand mehr eine IP-Adresse alleine, sondern teilt sie sich mit unzähligen Menschen. Daten von dieser IP werden also in Echtzeit verschleiert, da sie vollständig durcheinandergewürfelt werden. Das erhöht die eigene Sicherheit.
  • Auswahl der IP – über einen VPN-Anbieter können Nutzer selbst bestimmen, ob sie in Deutschland, Großbritannien, Australien oder den USA ›sitzen‹ wollen. Für den Empfänger der Daten ist nicht mehr deutlich, dass der Nutzer nicht in New York sitzt, sondern eigentlich mitten in der Lüneburger Heide.
  • Funktionsweise – wenn sich beispielsweise 100 IP-Adressennutzer eine IP teilen, so senden und empfangen sie alle gleichzeitig über diese IP-Adresse Daten. Hacker oder Betrüger können nicht mehr nachvollziehen, wer dieser 100 Nutzer nun beispielsweise seine Passwörter zum Onlinebanking gesendet hat. Daher wird das VPN zu einem mächtigen Sicherheitsmerkmal in der Onlinenutzung. Rund um das Streaming hat das VPN noch weit andere Möglichkeiten.

Wer ein VPN zum Streamen nutzt, der hat schlichtweg die Chance, die Inhalte zu sehen, die eigentlich im eigenen Land gar nicht sichtbar sind. Netflix beispielsweise schließt mit jedem Land eigene Verträge ab. Das führt dazu, dass das amerikanische Netflix ganz anders aussieht, als das deutsche Pendant. Wer ein VPN nutzt, der kann mitunter auch die amerikanischen Inhalte sehen.

 

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Anderseits bietet ein VPN auch einen Informationsvorteil. Sind im eigenen Land Seiten blockiert, können VPN-Nutzer über den VPN-Tunnel doch die Informationen von anderen Seiten einsehen, da sie nun nicht länger blockiert werden können. Beispielsweise könnte ein VPN-Nutzer in Nordkorea recht mühelos amerikanisches TV sehen.

Streaming-Anbieter mit VPN nutzen – geht das?

Theoretisch lässt sich jeder Anbieter auch mit einem VPN nutzen. Allerdings gibt es durchaus Tücken, die durchaus rechtlicher Natur sein können:

  • Ausschluss – einige Streamingdienste sperren den Zugang, wenn sie ein VPN erkennen. Das ist meist dann der Fall, wenn Max Mustermann aus Musterstadt nach zwei Jahren Nutzung plötzlich die amerikanische Seite des Dienstes nutzen will. Es passiert dennoch nichts, meist wird bei der Anmeldung schlichtweg auf die Vermutung das VPN hingewiesen und der Nutzer soll sich in seinem Heimatland anmelden. Dennoch kann es Probleme geben:
  • AGB – diese schließen oft die VPN-Nutzung aus. Es wäre denkbar, dass die Nutzung eines VPN in Verbindung mit einem anderen Land durchaus zum vollständigen Ausschluss aus dem Dienst führt.
  • Amazon – hier ist es ein wenig komplizierter, da alle Dienste auf einen Standort zugreifen. Es kann also gut sein, dass die Nutzung eines VPN mit einem anderen Land zu Problemen führt. Prime, die Alexa-Dienste, Amazon Music und Co. setzen fast immer automatisch die Adresse des Kunden ein. Sollte nun plötzlich Amerika als Wohnort gesetzt werden, so mag es sein, dass die Dienste blockieren.

Letztendlich hat kein Kunde einen Rechtsanspruch darauf, auch über ein VPN auf einen Dienst zuzugreifen. Es ist daher immer schlecht, den heimischen Router mit einem VPN zu versehen und allgemein über ein VPN auf Dienste zuzugreifen.

Was sollte ein gutes VPN können?

Ein VPN dient im Regelfall nicht allein dem Streaming, das ist klar. Daher sollte es natürlich die persönliche Sicherheit des Users erhöhen. Im Grund genommen sind einzelne VPN-Möglichkeiten nicht allzu unterschiedlich voneinander, doch gilt:

  • Zuverlässigkeit – viele Menschen kennen es: Damalige VPN-Anbieter waren nicht eben zuverlässig, denn die Verbindung ließ sich nicht stets herstellen. Das ist heute natürlich problematisch, denn ein gutes VPN hat immer erreichbar und nutzbar zu sein. Das gilt insbesondere für die begehrten Länderkennungen.
    Kosten – die Kosten müssen klar ersichtlich und überschaubar sein. Es hilft nicht, einen VPN-Dienstleister zu bezahlen, wenn ständig unerklärliche Mehrkosten auf den User zukommen.
  • Einfach – ein VPN muss simpel sein. Ob dies nun ein VPN ist, welches in der Internetsecurity installiert ist, oder ob es sich um einen Dienst handelt, der online dazugeschaltet wird: Es muss einfach sein.
  • Unproblematisch – ein VPN hat keinen Nutzen, wenn die Verbindung mittendrin unterbrochen wird. Sollte der Nutzer mitten im Film aus der Verbindung geschmissen werden, ist das absolut ärgerlich.

Einst hatte ein VPN durchaus einen erheblichen Einfluss auf die Internetgeschwindigkeit. Dieses Problem ist bei modernen Verbindungsleistungen nicht mehr gegeben. Dennoch kann es natürlich zu Schwierigkeiten kommen, wenn die eigene Internetleitung zwar im Normalfall ausreicht, doch in Spitzen nur verlangsamt Daten liefert. Es gibt allerdings Anbieter wie Surfshark-VPN, die kaum den Datenfluss beeinträchtigen und somit auch in Mehrpersonenhaushalten mühelos genutzt werden können. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist zwar auch langsamer, doch spürt man das kaum.

Fazit – Streaming per VPN ist einfach

VPN Streaming Vorteile und NachteileZu Streamen, wenn ein VPN genutzt wird, ist einfach. Einzig die AGB der Streamingdienste mögen dagegensprechen. Bislang wurde zwar kein Kunde vollends gekündigt, doch ist dies durchaus möglich. Auch ist der Zugriff über VPN nicht immer möglich, denn viele Streamingdienste prüfen genau, ob die Länderkennung zu den Kundendaten passen. Dies ist aber nur problematisch, wenn statt Deutschland plötzlich die USA übertragen werden. Allerdings darf ein VPN-Dienst nicht allein für seine Streaming-Qualitäten bewertet werden. Auch die Sicherheit und Zuverlässigkeit sind zu bewerten.

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