True North – Der letzte Fang (Film)

Das Drama „True North“ erzählt die Geschichte von Sean, dem Sohn eines schottischen Fischers. Aufgrund der letzten Saison, die nur einen kläglichen Ertrag hervorgebracht hat, steht sein Vater kurz vor dem finanziellen Ruin – seinem Boot „Providence“ droht die Pfändung. Sean, der ebenso um seine eigene zukünftige Existenz fürchtet, möchte seinem Vater helfen und schöpft alle Möglichkeiten aus, um etwas Geld zusammen zu kratzen.

True North - Der letzte Fang [dt./OV]
Dauer: 92 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Steve Hudson
Produzenten: David Collins, Eddie Dick
Hauptdarsteller: Peter Mullan, Martin Compston, Gary Lewis
Nebendarsteller: Steven Robertson, Zhaon Yun, Angel Li, Hark Bohm
Studio: Ariel Films, Makar Films, Makar Productions, Rosebud Films, Samson Films
Sprachen: Deutsch

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Eine Chance, um sich die Zukunft für sich und seinen Vater zu sichern bietet sich für Sean unverhofft in Belgien: Eine Gruppe illegaler Einwanderer – bestehend aus 20 Chinesen – sind auf eine unbemerkte Überfahrt nach Schottland dringend angewiesen. Sean stimmt dem ohne das Wissen seines Vaters zu, doch die Erleichterung bezüglich der Lösung des finanziellen Problems kann sich nicht lang aufrechterhalten. Netze voller gefangener Fische an Bord zu ziehen steht nämlich in keiner Weise in Relation mit dem Transport einer Gruppe verängstigter Menschen.

Besetzung, Regie und Drehorte

Der britische Regisseur und Schauspieler Steve Hudson konnte bereits mit seinem Kurzfilm Goodbye den Prix UIP bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig im Jahr 2004 für sich entscheiden. 2006 folgte dann sein großes Debüt mit „True North„. Gleichzeitig ist dies mit 92 Minuten sein erster Film mit einer längeren Spieldauer.

Die Hauptrolle des Sean wird gespielt von Martin Compston, Gary Lewis ist als Seans Vater und Kapitän des Kutters zu sehen. Komplettiert wird die Besatzung vom Koch (Steven Robertson) und Riley (Peter Mullan). Unter den chinesischen Flüchtlingen ist auch das Mädchen Sun Li, die von Angel Li gespielt wird.
„True North“ konnte einige Preise für sich gewinnen, unter anderem als Bester Film beim Ourense Independent Film Festival und beim Pamplona Film Festival.

Handlung & Inhalt vom Film „True North – Der letzte Fang“

Die Fischerei in Schottland ist schon seit langem kein lukrativer Wirtschaftszweig mehr, somit stehen Sean und sein Vater einer schier aussichtslosen Situation gegenüber. Die letzten Fänge waren mager, die Raten für den Fischkutter stehen im Rückstand, die endgültige Pfändung steht kurz bevor. Mit gedrückter Stimmung segelt die Besatzung der „Providence“ erneut los, die Route führt nach Belgien.

Zeitgleich hofft eine chinesische Gruppe Bauern auf ein neues Leben in der westlichen Welt. Die 20 illegalen Einwanderer stammen aus der Provinz Fujian und versuchen mithilfe von “Snakeheads“ (chinesische Untergrundorganisationen, die den Schmuggel von illegalen Einwanderern als Geschäftsmodell betreiben) in das Vereinigte Königreich zu kommen.

Die „Providence“ läuft in den Hafen von Ostende in Belgien ein, um eine Pause einzulegen. Seans Vater bleibt als Einziger auf dem Schiff zurück, während die anderen sich in eine Unterkunft einmieten. Riley und der Koch nutzen die Zeit für eine entspannte Pause, Sean jedoch hat andere Pläne. Er organisiert ein Treffen mit einem dubiosen Geschäftsmann namens Pol (Hark Bohm) in einem Lagerhaus auf dem Hafengelände. Sean hofft auf gute Bezahlung durch den steuerfreien Transport von Zigaretten. Pol bietet ihm jedoch eine hohe Summe, wenn er anstatt Zigaretten chinesische Einwanderer ins Vereinigte Königreich schmuggelt. Sean hadert etwas mit der Entscheidung, ist sich aber gleichzeitig fast schon sicher, dass die kommenden Fänge ihnen auch nicht aus der Patsche helfen und so willigt er schließlich ein.

Als Sean die Gruppe Chinesen unbemerkt auf das Schiff bringen will, wird er von Riley entdeckt. Er und Sean treffen gemeinsam die Entscheidung weder Seans Vater noch dem Koch etwas von der ungewöhnlichen Fracht zu erzählen.

Die „Providence“ segelt wieder heimwärts. Auf der Fahrt leben die Chinesen unter Deck, buchstäblich eingepfercht und unter kläglichen Bedingungen. Als Mahlzeiten erhalten sie Tütensuppe und die Toilette ist lediglich ein Plastikeimer, den die ganze Gruppe zusammen benutzen muss. Das 12-jährige Mädchen Sun Li trennt sich von der Gruppe, versteckt sich im Maschinenraum und beginnt, Essen aus der Schiffsküche zu stehlen.

Sean ist irgendwann überzeugt davon, dass sie unmöglich ohne einen Fang nach Hause zurück können. Ein leerer Fischkutter würde zu viel Aufsehen erregen und im schlimmsten Falle würde der Laderaum des Schiffes durchsucht und die Gruppe chinesischer Einwanderer würde entdeckt werden. Mitten auf dem Atlantik wirft die Besatzung die Netze aus, doch der erhoffte Fang bleibt weiterhin aus. Die Zustände auf dem Schiff verschlechtern sich rapide und als einer von der chinesischen Gruppe stirbt, droht die Situation zu eskalieren.

Fazit & Kritiken zum Film „True North – Der letzte Fang“

Der Film „True North“ überzeugt durch einen sehr düsteren Flair, der einem in keiner Sekunde des Filmes ein gutes Gefühl zu geben scheint. Für die Filmkulisse von „True North“ wurde tatsächlich auf dem Wasser gedreht, was die ganze Atmosphäre unglaublich authentisch wirken lässt. Die kraftvolle und nachdrückliche schauspielerische Darstellung zieht den Zuschauer mit hinein in die bedrückte Stimmung und die androhende Katastrophe und zwar so sehr, dass man einfach nicht in der Haut der Crew stecken möchte.

Abschließend lässt sich nur schwer anmerken, dass „True North“ Steve Hudsons erster Film ist. Er schafft eine dichte, todtraurige Tragödie, die in allen Gesichtspunkten mehr als sehenswert ist.

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