Unter Männern – Schwul in der DDR

Der deutsche Dokumentarfilm „Unter Männern – Schwul in der DDR“ stammt aus dem Jahre 2012. Am 26. April des Jahres 2012 lief er in den deutschen Kinos an. Der Film „Unter Männern“ behandelt das Schwulsein in der DDR.

Unter Männern - Schwul in der DDR
Dauer: 90 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Ringo Rösener, Markus Stein
Produzenten: Olaf Jacobs
Hauptdarsteller: Jürgen Wittdorf, Christian Schulz, Helwin Leuschner
Nebendarsteller: Eduard Stapel, Frank Schäfer, John Zinner, Jürgen Lemke
Studio: alleskino
Sprachen: Deutsch

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Einer der Regisseure wurde selbst 1983 in der DDR geboren. Allerdings kann er sich selbst kaum noch an den Staat erinnern, bis auf den Niedergang. Sein Interesse liegt an der eigenen Sexualvorliebe. Leben im Sozialismus stellte die Homosexualität als ein Problem dar. Die Dokumentation befriedigt das Interesse des Regisseurs und beantwortet eine entscheidende Frage: Wie sollte jeder Mensch sein Leben führen, damit er später nichts bereut?

Besetzung, Regie und Drehorte

Regie des Film „Unter Männern – Schwul in der DDR“ führten Ringo Rösener und Markus Stein. Es entstand ein Film freigegeben ab dem 12. Lebensjahr. Nach der Premiere auf der Berlinale 2012 kam er auf die Kinoleinwand und später ins Fernsehen. Es werden Themen wie Homophobie, Stasi, DDR und Homosexualität behandelt.

Cast und Crew: Das Konzept entstand, also das Drehbuch selbst, weil Ringo Rösner Interesse an dem Thema hatte. Zur Seite stand ihm die Kamerafrau Bernadette Paaßen. Über eine Länge von 91 Minuten erklären die einzelnen Szenen, zusammengeschnitten von Martin Menzel und Markus Stein, das Thema Schwulsein in der DDR. Untermalt von der Musik von Moritz Denis.

Olaf Jacobs arbeitete im Zuge der Doku als Produzent für die Firma Hoferichter & Jacobs Filmproduktion GmbH in Berlin. Kurze Zeit später lief „Unter Männern – Schwul in der DDR“ im MDR, ein öffentlich, rechtlicher Fernsehsender, anlässlich des Christopher Street Days.

Handlung & Inhalt vom Film „Unter Männern – Schwul in der DDR“

Das Thema schwule Männer in der DDR ist ein sehr umstrittenes Thema. Wie das Leben aussah, interessierte den Regisseur Rösener. Eine Frage beschäftigte ihn sehr: Hätte er seine Homosexualität frei ausleben können? Es tauchen sechs verschiedene Lebensberichte in der Dokumentation auf, die ein großartiges Bild vom homosexuellen Leben hinter dem Eisernen Vorhang zeichnen.

 

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Im Jahre 1968 war das Schwulsein in der sozialistischen DDR straffrei. Heißt das, dass die DDR-Regierung die Menschen akzeptierte? Nein, denn schwule Männer wurden wie Staatsfeinde überwacht. Das private Leben wurde öffentlich. Die Erfahrung machte zum Beispiel Eduard Stapel. Aufgrund seiner Ausrichtung wurde ihm die Priesterweihe untersagt. Allerdings erlaubte ihm die Kirche, allerdings intern, in der evangelischen Kirche ein Netzwerk für schwule aufzubauen. Gefilmt vor dem Gebäude, wo die heimlichen Treffen stattfanden.

Dann taucht der Friseur Frank Schäfer im Bild auf. Der Staat machte ihm das Leben schwer, worüber er frei erzählt. Viele Dinge, die selbstverständlich waren, konnten für überwachte Personen schwierig werden. Er bekam die Staatsgewalt am eigenen Leib zu spüren. Aber Schäfer ließ sich nicht davon abbringen den DDR-Punk zu entwickeln und offen auszuleben. Seine Selbstfindung war ihm wichtig. Er drückte diese Empfindungen so aus: Es wäre ein großes Unglück gewesen, wenn er eines Tages aufgewacht wäre, und nicht mehr schwul gewesen wäre. Schon früh tauchte seine Prägung in der Öffentlichkeit auf. Schäfer trug, nicht nur einmal, gelbe Schuhe, rosa Farbe und Glitzer in den Haaren. Deswegen nahm die Polizei ihn sogar fest. Seine Art, die Anekdoten und sein Berliner Humor sorgen für eine unterhaltsame Stimmung in der Dokumentation. Die Schwere des Themas verschwindet für einige Minuten.

Eine andere arme Seele war John Zinner. Er lebte in Thüringen in einem kleinen Dorf. Nach dem Outen machten ihm die Mitbewohner das Leben zur Hölle. Das brachte ihn nicht davon ab, dort wohnen zu bleiben. In Berlin, der großen Stadt, wo das Leben anonym ist, wäre es einfacher gewesen.

Christian Schulz war Lehrer in der ehemaligen DDR. Leider, rückblickend heute, hat er sich nicht geoutet. Schulz erzählt, er wäre zu feige gewesen. Es hätte allerdings besser sein können. Ein Leben unter Verschluss zu führen, war nicht einfach. Ebenso denkt der gebürtige Chilene Helwin Leuschner. In der DDR war FKK-Baden an der Tagesordnung. „Das war so schön“, behauptet er.

John Jürgen Wittdorf: Im Film treffen die Zuschauer ihn bei der Gartenarbeit an, im Hintergrund ein Fachwerkhaus. Für ihn war die Zeit damals schwierig. Eigentlich suchte er nur nach Liebe. Das Ergebnis: Wittdorf wurde mit dem Leben bedroht.

Fazit & Kritiken zum Film „Unter Männern – Schwul in der DDR“

Unter Männern – Schwul in der DDR“ ist einer von drei Zeitdokumentationen über das Thema schwul sein in der DDR. Sexuelle Handlungen unter Männern wurden nicht unter Strafe gestellt, aber geächtet. Die vielseitigen Geschichten von Personen hinter der Mauer werden zum Leben erweckt. Rösener und Stein verfolgen einen Zweck: Sechs verschiedene Lebensgeschichten der Protagonisten nebeneinanderstellen und wirken lassen. Sie wollen kein abschließendes Resümee erstellen. So können Erfahrungen und einzelnen Wahrnehmungen dargestellt werden, ohne eine einzelne Meinung zu bilden. Es tauchen Geschichten über die sexuelle Emanzipation in der Familie und dem Umfeld auf. Doch dazu treten Erlebnisse über Vergewaltigungen von Polizisten, beziehungszerstörende Machenschaften der Stasi und Gewalt durch heterosexuelle Männer ins Bild.

Es entstand ein bewegender Film über einen Kampf um die Selbstbestimmung. Die Zuschauer haben die Möglichkeit, den Männern sehr nahezukommen und mit ihnen zu lachen. Was auf die offene Gesprächssituation zurückzuführen ist. Es entstand ein einzigartiger Film über ein besonderes Kapitel in der deutschen Geschichte.

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