Urmila – Für die Freiheit

Der Film „Urmila – Für die Freiheit“ erzählt die Geschichte einer jungen nepalesischen Aktivistin, die für die Befreiung der letzten Sklavenmädchen (Kamalari) kämpft. Sie heißt Urmila Chaudhary und ihr ereilte dasselbe Schicksal. Ihre armen Eltern verkauften sie in die Sklaverei. Urmila musste jahrelang, im Haushalt einer Familie in der Stadt Kathmandu, schwer arbeiten.

Urmila für die Freiheit
Dauer: 87 Min.
Jahr:
Regie: Susan Gluth
Produzenten: Susan Gluth , Martin Hagemann
Hauptdarsteller: Urmila Chaudhary, Phulpat Chaudhary, Khalsi Chaudhary
Studio: Lighthouse Home Entertainment
Sprachen: Deutsch

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Der deutsche Dokumentarfilm „Urmila – Für die Freiheit“ ist bekannt aus dem Jahre 2016. Im Mai desselben Jahres war der deutsche Kinostart. Die Uraufführung fand auf der Berlinale 2016 statt. Für den Deutschen Filmpreis im Jahre 2016 gelangte die Dokumentation in die Vorauswahl und lief beim Hot Docs Canadian International Documentary Festival, das größte nordamerikanische Dokumentarfilmfestival in Toronto.

Besetzung, Regie und Drehorte

Die deutsche Doku „Urmila – Für die Freiheit“ steht fast ausschließlich auf den Beinen von Susan Gluth. Sie arbeitete als Regisseurin, Drehbuchautorin, Kamerafrau und half im Schnitt und der Produktion mit. Bei dem Buch standen ihr Silke C. Schultz und Kristl Filippi tatkräftig zur Seite. In der Produktion bekam Gluth Unterstützung von Martin Hagemann. Die beiden erarbeiteten einen Film mit einer Länge von 87 Minuten Laufzeit und ohne Altersbegrenzung.

Der Dreh beschäftigt sich mit dem Leben der Menschenrechtsaktivistin Urmila Chaudhary. Sie ist die Hauptfigur und spricht aus eigener Erfahrung. Selbst verbrachte Urmila ein Leben in dieser Sklaverei, mit allgegenwärtigen Beschimpfungen und Gewalt. Jegliche Szenen wurden von Xavier Box und Susan Gluth perfekt zusammengeschnitten und von Christian Conrad, Hagay Sofer und Dominic Miller mit Musik untermalt. Die FBW (Deutsche Film- und Medienbewertung Wiesbaden) verlieh für das Ergebnis das Prädikat „besonders wertvoll“. Die Arbeiten dauerten in etwa drei Jahre, von 2012 bis 2015. Ein deutliches Ende nahmen die Dreharbeiten mit dem verheerenden Erdbeben in Nepal.

Handlung & Inhalt vom Film „Urmila – Für die Freiheit“

Heute, mit einem Alter von über zwanzig Jahren, drückt Urmila die Schulbank. Die Einleitung eines Sprechers fehlt. Die Szenen erschließen sich aus dem Kontext. Wie schafft es ein Mädchen, in dem Alter, erst mit der Schule anzufangen? Urmila wurde im Alter von sechs Jahren von ihren Eltern verkauft. Ihre Familie ist sehr arm und kämpft nicht täglich, sondern minütlich mit dem Überleben. Ein Ziel ist es zum Beispiel: Ein paar Jahre angeblich leichte Arbeit gegen lebenswichtige Medikamente.

 

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Nepal liegt zwischen Indien und Tibet, mit der Hauptstadt Kathmandu. Dort tritt sie ihre Arbeit an, bei einer Familie. Diese Politiker-Familie hat Urmila von den Eltern abgekauft, damit sie als Haushaltssklavin arbeitet. Das neue Zuhause ist hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt und erwartet von ihr täglich 18 Stunden zu schuften. Diese Kinder, in der modernen Sklaverei, nennen sich Kamalari. Eigentlich ist diese Art der Sklaverei schon seit 1924 abgeschafft. Doch in Wirklichkeit ist es immer noch krasse Realität.

Über eine lange Zeit lebte das kleine Mädchen dort unter grausamen Bedingungen. Täglich jede Menge Haushaltsaufgabe zu erledigen war die Hauptaufgabe. Als Dank warten nicht etwa nette Worte auf sie, sondern brutale Schläge und Beschimpfungen. Zwölf Jahre harrte Urmila unter den Verhältnissen aus. Im Alter von 17 Jahren gelingt ihr die Flucht. Die Befreiung bedeutet für sie aufatmen.

Die Dokumentation beschreibt, wie sich Urmila im In- und Ausland gegen die starken Traditionen der Sklaverei einsetzt. Es ist eine Begleitung im Kampf gegen betonierte Strukturen einer äußerst sturen Gesellschaft. Das bedeutet gleichzeitig, für eine Schulbildung zu kämpfen. Für ihr eigenes Leben heißt es, dass sie ständig zwischen Politik und ihre Schulzeit wechselt. Ihr Wunsch ist es, Rechtsanwältin zu werden. Mit dem Abschluss kann sie für andere Mädchen in ihrer Heimat kämpfen.

Ständig steht sie der Konfrontation mit ihren Eltern gegenüber. Der jungen Dame gelingt es, mit viel Ausharren und Mut, mehr als 13.000 Mädchen zu befreien. Dabei ziehen sich die Probleme quer durch die Gesellschaftsschichten, einfache Bauern bis hoch zu den angesehenen Politikern. Diese Mädchen wohnen nun in Heimen der FKDF und können endlich die Schule besuchen. Für die Eingliederung in die Gesellschaft muss aber noch viel geleistet werden.

Öffentlich spielt Urmila mit anderen befreiten Kamalaris das Leben in Gefangenschaft als Theaterstück nach. Dazu demonstriert sie und stattet Ministern der Regierung Besuche ab. All das soll zur Umsetzung der politischen Beschlüsse anreizen. In Oslo findet das Freedom Forum statt, dort referiert sie für die Freiheit. Bei all diesen Arbeiten begleiten sie ständig die Schatten der eigenen Vergangenheit.

Fazit & Kritiken zum Film „Urmila – Für die Freiheit“

Viele Bilder im Film „Urmila – Für die Freiheit“ sind mit einer Handkamera ausgenommen. Teilweise verdeckt und ohne Drehgenehmigung. So wird der Alltag von Urmila dem Zuschauer näher gebracht. Das Gesicht des Mädchens spiegelt in jeder Sekunde eine traurige Entschlossenheit wider. Egal, ob sie sich in bei einem Besuch im Haus für ehemalige Haussklaven oder bei der Rettung von Kamalaris oder beim Lernen fürs Jurastudium befindet. Das Gesicht ist immer ernst. Die Szenen sind hautnah am Geschehen und zeigen Krisen, Rückschläge und glückliche Momente der Widerstandskämpferin. Urmilas Alltag wird deutlich. Das politische und soziale Engagement hilft ihr bei der Bewältigung ihrer eigenen Vergangenheit.

Unkommentiertes und rohes Filmmaterial in recht schlechter Qualität wartet auf den Zuschauer. Teilweise führt es zu Orientierungsschwierigkeiten und lässt eine Menge an Fragen offen. Aber es wird ein absolut authentischer Eindruck über das Leben und deren Einwohner vermittelt. Einiges erschließt sich nur durch aufmerksames Beobachten, es ist nicht in den Bildern direkt zu erkennen. Tauchen Sie ein und reflektieren Sie Ihr eigenes Leben. Was ist wirklich wichtig? „Urmila – Für die Freiheit“ benötigt Hirnkapazität und Aufmerksamkeit und kann den eigenen Horizont erweitern.

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