Wintertochter

Wintertochter“ ist ein deutsch-polnischer Familienfilm. Seine Premiere fand am 18. Januar 2011 auf dem Filmfestival Max Ophüls statt. Im Oktober lief er dann in den deutschen Kinos. Bereits zwei Jahre später wurde er erstmals im deutschen Fernsehen, ARD, ausgestrahlt. Zwischen 2011 und 2012 konnten sechs Auszeichnungen mit „Wintertochter“ erreicht werden.

Wintertochter
Dauer: 92 Min.
Jahr:
Regie: Johannes Schmid
Produzenten: Philipp Budweg, Thomas Blieninger, Mikolaj Pokromski
Hauptdarsteller: Ursula Werner, Nina Monka, Leon Seidel
Nebendarsteller: Dominik Nowak, Katharina Schubert
Studio: CLA GmbH
Sprachen: Deutsch

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Kattaka ist 12 Jahre alt. Kurz vor Weihnachten reißt ein Anruf sie aus der friedlichen Welt. Kattaka erfährt, dass sie einen anderen Vater hat, einen russischen Seemann. Er befindet sich gerade mit seinem Schiff in Stettin. Ist dies eine Chance, den echten Vater zu treffen?

Wintertochter – Besetzung, Regie und Drehorte

Regisseur Johannes Schmid war zuständig für den Dreh des Films „Wintertochter„. Die Geschichte stammt von den Autoren Michaela Hinnenthal und Thomas Schmid. Erstere Autorin schrieb bereits neun Jahre an dem Buch. Das Schreiben sollte als Vergangenheitsbewältigung für sich selbst dienen, denn ihre Mutter wurde im Zweiten Weltkrieg aus Masuren vertrieben. Somit fanden die Dreharbeiten größtenteils im Außenbereich statt. Kalte Winter in Polen machten die Arbeiten nicht leicht. Es wurde eine Filmlänge von 96 Minuten (Kinofassung) erreicht.

Die Produktion leiteten Philipp Budweg, Thomas Blieninger und Mikolaj Pokromski von der Schlicht und Ergreifend Film GmbH (Web: schlichtundergreifend-film.de) und dem Pokromski Studio. Wobei eine Altersfreigabe ab null Jahre erreicht wurde. Nina Monka spielt das Mädchen Kattaka, was auf der Suche nach ihrem Vater ist. Ursula Werner bringt die Nachbarin Lene auf die Leinwand. Leon Seidel taucht als Knäcke auf der Leinwand auf. Dominik Nowak schlüpft in die Rolle von Waldek. Der Seemann Alexej wird von Merab Ninidze verkörpert. Katharina Marie Schubert spielt Margarete. Kameramann Michael Bertl filmt folgende Darsteller in den Nebenrollen: Maxim Mehmet, Daniel Olbrychski, Julia Kaminska, Berit Karla Menze, Matthias Grundig, Elisabeth Wasserscheid, Konrad Pawicki, Agata Pruchniewska, Maciej Sykala, Sergiej Kriuczkov, Ryszard Barycz, Aleksandra Gorska, Ilja Zmijev, Dariusz Siastacz und Anna Holter.

Handlung & Inhalt vom Film „Wintertochter“

Erste Szene: Vater, Mutter, Kattaka, Nachbarin Lene und Freund Knäcke kaufen einen Weihnachtsbaum. Dabei taucht die Nachbarin als eine schweigsame Frau auf. Sie ist bereits 75 Jahre alt, raucht viel und fährt einen alten Kleinbus.

Weihnachten ist nicht mehr lange hin. Kattaka ist mittlerweile zwölf Jahre alt. Die ganze Familie, Vater Daniel, die hochschwangeren Mutter Margarete und sie selbst, freuen sich auf das Familienfest. Während der Bescherung erhält Kattaka einen Anruf. Urplötzlich erfährt das Mädchen, dass Daniel nicht ihr leiblicher Vater ist. Ein Alexej ist ihr Vater. Er ist russischer Seemann und lebt in Wladiwostok.

Schlimm ist, dass nicht nur die Eltern die Wahrheit verschwiegen haben, sondern auch ihr wirklicher Vater. Kattaka ist absolut wütend und enttäuscht. Ohne Absprache mit den Eltern versucht sie, den Vater zu suchen. Erste benötigte Information ist, dass Alexej auf einem Containerschiff in Stettin arbeitet. So schnell wie möglich möchte sie ihn treffen. Lene bietet an, zusammen mit ihr hinzufahren. Mutter und Stiefvater willigen in diese Reise ein, denn sie merken, dass ihre Tochter sonst weg ist.

Lene und Kattaka sind über mehrere Stunden mit dem alten Kleinbus unterwegs Richtung Stettin. Da taucht eine Polizeikontrolle auf. Dabei bemerken beide, dass Knäcke sich im Auto versteckt hat. Er wollte bei der Suche helfen. Bei der Ankunft in Stettin teilt die Behörde ihnen mit, dass das Schiff abgelegt hat und sich auf dem Weg nach Danzig befindet.

Über die Länge der Fahrt merken Knäcke und Kattaka, dass Lene ein Geheimnis mit sich herumträgt. Die Verbindung liegt in einem Schlüssel, der an ihrer Halskette hängt. Bekannt ist, dass Lene aufgrund des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihre Heimat verloren hatte.

In Danzig lernen die drei Waldek kennen. Er hilft ihnen, in Danzig Alexej zu sehen. Kattaka ist aber ängstlich und mag ihn nicht ansprechen. Kurzentschlossen läuft sie davon. Lene wird danach von Kattaka überredet nach Masuren zu fahren. Dort fährt Lene auf einen Bauernhof. 1945 musste Lene diesen unter dramatischen Umständen verlassen. Sie kann nun ihre Halskette dort ablegen. Lene schließt Frieden mit ihrer Vergangenheit.

Der Rückweg führt sie wieder nach Danzig. Dabei entscheidet Kattaka doch ihren Vater zu treffen. Zuerst will Alexej gar nicht glauben, dass Kattaka seine Tochter ist. In der Zwischenzeit treffen der Stiefvater und die Mutter ein. Oben auf dem Deck streiten sich nun die zwei Väter. Währenddessen bringt Margarete unter Deck einen Sohn zur Welt.

Fazit & Kritiken zum Film „Wintertochter“

Das Drehbuch konnte Michaela Hinnenthal schon so lange erarbeiten, weil sie ein Stipendium für die Akademie für Kindermedien bekam. Sie wurde durch ihren Dozenten Dieter Bongartz unterstützt. Im Grunde genommen geht es in „Wintertochter“ um zwei Menschen, die ihre Wurzeln suchen. Es ist ein bewegendes und dennoch witziges Drama. Wobei die Handlung weit weg von dem pädagogischen Zeigefinger ist. Die einzelnen Szenen bekommen durch die unterschiedlichen Dialoge ihren Witz. Trotzdem muss der Zuschauer nicht vergeblich auf die Spannung warten. Mit dem Ende erhält „Wintertochter“ einen Heile-Welt-Stempel verliehen, obwohl der Hauptcharakter eine neue Identität verkraften muss. In dem sonst so feinfühligen Drama ist dies ein echter Wermutstropfen.

„Wintertochter“ ist ein Roadmovie, welches sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet ist. 2012 erreichte der Film den Deutschen Filmpreis für den besten Kinderfilm. Kleine Schwächen sind vorhanden. Aber der Film begeistert mit starken Schauspielern und einer einfühlsamen Inszenierung.

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